Siriaka Jayeon

 — Ein Mädchen auf der Flucht

Biografie

Siriaka wurde an der Nordküste Calpheon, an der Grenze zu Balenos als einziges Kind einer Landwirtsfamilie geboren. Schon im Kindesalter lernte sie mach einfache Aufgaben auf dem Hof Jayeon zu erledigen, konnte die meiste Zeit jedoch mit Spielen verbringen. Neben ihren Eltern (Sira und Oleg Jayeon) wohnten auch einige Mägde und Knechte auf dem Hof. Ihre Familie lebte nicht im Wohlstand, doch hatte täglich warmes Essen auf dem Tisch. Ein Händler namens Akseli kam öfters am Hof vorbei, um frische Waren einzukaufen bzw. Dinge, die von der Familie gebraucht wurden, einzutauschen. Siriaka verstand sich gut mit Akseli und lernte von dem gebildeten Mann lesen und auch schreiben.

Als sie neun Jahre alt war, verfaulte aufgrund von anhaltendem Schlechtwetter ein Großteil der Ernte und zwang Sira und Oleg, die Hofangestellten zu entlassen. Doch das war nicht das einzige Unglück. Ein Jahr später erkrankten beide an einer Krankheit, die sie mangels Wissen einfach als die Pest bezeichneten. Siriaka musste lernen, mehr und mehr Arbeiten am Hof zu übernehmen, aber es war einfach nicht möglich, alles am Laufen zu halten. Selbst Akseli kam nach einiger Zeit nicht mehr vorbei. Als die Krankheit sich verschlimmerte und ihre Eltern bettlägerig wurden, schickten sie Siriaka, die erstaunlicherweise nicht erkrankte, fort. Einerseits weil sie befürchteten, ihre Tochter könnte sich doch noch anstecken und andererseits, weil sie nicht wollten, dass sie mitansehen musste, wie ihre Eltern elendig zugrunde gingen. Sie gaben ihr das restliche Silber und sagten ihr, dass sie nach Süden aufbrechen sollte, bis sie in die große Stadt Calpheon kam und sie dort ein neues Leben beginnen sollte.

Siriaka war Wochen unterwegs. Das meiste Silber verbrauchte sie, um mit Reisenden mitfahren zu können und Essen zu kaufen. Als sie die Stadt erreichte, hatte sie nichts mehr außer den Kleidern, die sie trug. Sie wusste nicht einmal mehr, wie viel Zeit vergangen war, seit ihre Eltern erkrankt waren. Aus der Not heraus stahl und erbettelte sie sich Nahrung und überlebte so einige Tage in der Stadt. Daraus entwickelte sich jedoch eine beinahe manische Kleptomanie.