Davaab

 — Ein sanfter Riese aus dem südlichen Gebirge Calpheons.

Biografie

Davaab ist wortwörtlich ein sanfter Riese. Er ist ein muskelbepackter, kräftiger Berg, der mit Axt und Bogen zu kämpfen und jagen weiß. Die Gier und Missgunst anderer widert ihn an und er versteht nicht, warum andere ihre Habseligkeiten nicht teilen und nur an sich denken, statt sich gegenseitig in Not zu helfen und beizustehen. Aus diesem Grund begegnet er anderen mit großem Misstrauen und bleibt lieber für sich. Wenn andere aber offenkundig in Not sind, eilt er zur Hilfe und stellt seine eigene Sicherheit und Bedürfnisse zurück. Auf Schwarzsteine ist er besonders schlecht zu sprechen.

Die Geschichte, Kultur und Gepflogenheiten der Städte, Regionen und Länder sind ihm größtenteils fremd. Aus diesem Grund tritt er mit seiner direkten und ehrlichen Art oftmals ungewollt in Fettnäpfchen und wirkt auf andere etwas taktlos. Mit Silberlingen weiß er nicht so recht umzugehen, weswegen er Rohstoffe und andere Güter bevorzugt tauscht. Davaab kann nicht lesen und schreiben, dafür aber sehr gut kochen und sich Kleidung oder andere Stoffe selbst schneidern. Katzen traut er nicht über den Weg, seit ihm ein Kater heimtückisch seinen mühselig gefangenen Fisch gestohlen und genüsslich vor seinen Augen, aber außer Reichweite aufgefressen hat.


Davaab stammt aus dem Gebirge südlich von Calpheon, nahe der Dörfer Trent und Behr, fernab jeglicher Zivilisation. Er wuchs als Mitglied des Clans Nabaato auf - einem Zusammenschluss aus etwa acht Familien, die von einem Stammesrat angeführt wurden - und sorgte als Jäger und Fischer für die Beschaffung von Fisch, Fleisch, Fellen, Leder und weiteren tierischen Erzeugnissen, die er selbst zu getrockneter oder gepökelter Nahrung sowie Bekleidung weiterverarbeitete.

Als er eines Tages bei Sonnenaufgang zum Fischen aufbrach, tauchte am Bergfluss eine Gruppe angriffslustiger Harpyien auf, die Davaab umzingelten und attackierten. Seitdem ist Davaab auf dem linken Auge erblindet und sein Gesicht zeichnen Narben, die von den messerscharfen Krallen der Harpyien hinterlassen wurden.


Clan Nabaato konnte größtenteils für sich selbst sorgen, aber gelegentlich nahm Davaabs Bruder Artruk den weiten und beschwerlichen Abstieg ins Tal auf sich, um dort mit fliegenden Händlern seltene, aber für die Sippe unbrauchbare Rohstoffe oder selbst produzierte Güter gegen Ware zu tauschen, die Clan Nabaato nicht selbst herstellen konnte.

Dies sollte Clan Nabaato eines Tages zum Verhängnis werden.

Beim Abbau von grobem Stein und Erz stieß Karraik - Clan Nabaatos Schmied - auf eine winzige Schwarzstein-Ader. Weil er nicht wusste, was er mit diesem kuriosen Stein machen sollte, gab er das kleine Fragment, das er aus dem Felsen schlug, an Artruk. Die Menschen im Tal schmückten sich oft mit funkelnden Edelsteinen, also nahm Artruk das Stück Schwarzstein bei seinem nächsten Abstieg mit und bot es einem fliegenden Händler zum Tausch an. Dieser konnte sein Glück kaum fassen und tauschte das kostbare Fragment für ein paar lausige Kartoffeln, die im Gebirge nicht gut wuchsen, aber sehr schmackhaft für die Riesen waren.
Als er den Schwarzstein-Splitter an dubiose Schmuggler aus Keplan teuer weiterverkaufen wollte, prügelten diese die Herkunft des Fragments aus ihm heraus und witterten das große Geschäft. Tags darauf brach die Schmugglerbande ins Gebirge auf und suchte wochenlang nach dem abgelegenen Dorf von Clan Naabato, um die Quelle des Fragments zu ermitteln. Sie erhofften sich, dass Probebohrungen eine große Schwarzstein-Ader aufdecken würden und dass der Verkauf der dort abgebauten Schwarzsteine an Calpheon oder Mediah Milliarden von Silberlinge einbringen würde.

Der Stammesrat von Clan Nabaato reagierte besorgt auf die Ankunft der bewaffneten Schmuggler und verstand nicht, warum der Splitter eines schwarzen Steins das Interesse dieser Fremdlinge geweckt hatte. Als sich der Stammesrat weigerte, den Standort des Steinbruchs zu offenbaren, reagierten die Schmuggler aggressiv und drohten damit, das Dorf in Schutt und Asche zu legen. Clan Nabaato aber ließ sich nicht einschüchtern und die Schmuggler, die deutlich in der Unterzahl waren, zogen zähneknirschend ab – nur, um Tage später mit einer Gruppe angeheuerter Söldner zurückzukehren und im Schleier der nebligen Nacht das schlafende Dorf wie angedroht in Brand zu stecken. Im Chaos der lodernden Flammen schlachteten die Söldner wehrlose Frauen und Kinder ab und lieferten sich einen erbitterten Kampf mit den Kriegern. Am nächsten Morgen lebten nur noch vier Krieger von Clan Nabaato, darunter Davaab.


Schockiert von dem brutalen Angriff und ohne Hoffnung, verbrannten die vier Überlebenden die Leichname ihrer Sippe mitsamt aller Habseligkeiten und ließen das zerstörte Dorf zurück. Konfrontiert mit einer Welt, die von blutigen Kriegen, politischen Unruhen, der Valencianischen Pest und der Gier nach den Schwarzsteinen gebeutelt ist, trennten sich ihre Wege irgendwann. Seitdem wandert Davaab alleine umher, ohne Ziel und ohne Aufgabe, auf der Suche nach einem neuen Sinn im Leben...